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| Triplex
![]() Die genaue Bezeichnung der 1903 in Tetschen - Bodenbach an der Elbe gegründeten Firma lautet: WENZEL THÖNER, METALLWAREN – u. FISCHEREIGERÄTEFABRIK 'SOL' In der Firma wurden vorwiegend Metallwaren aller Art wie Patentartikel; u.a. auch zahnärztliche Geräte hergestellt. Selbst eine große Goldwalze für eine Affinerie verließ die Werkstätten. Der Gründer Wenzel Thöner und sein Vater waren leidenschaftliche Sportangler und so spielte von Anfang an auch die Herstellung von Angelsportgeräten eine große Rolle. Es gelang ihnen immer hochwertigere Angelgeräte herzustellen und sie auch an den Mann, bzw. an den Angler zu bringen. Die stetige Aufwärtsentwicklung wurde durch den ersten Weltkrieg und seine Folgen unterbrochen. Der Inhaber musste, als er aus dem Krieg heimkam, wieder von vorne anfangen. Ab 1924 setzte eine gradlinige Aufwärtsentwicklung ein, der erst der zweite Weltkrieg ein Ende machte. WENZEL THÖNER, METALLWAREN – u. FISCHEREIGERÄTEFABRIK 'SOL' „ ALTSTADT, KREIS TETSCHEN a.d. ELBE, SUDETENGAU Die alte Firma musste nach dem 2.Weltkrieg aufgegeben werden, und die Familie Thöner musste das Land verlassen. Wenzel Thöner starb 1947 in Stralsund. Sein Sohn Wilhelm Thöner erwarb im Jahr 1947, noch bei den Alliierten, eine Lizenz zur Herstellung von Angelgeräten. Durch unermüdlichen Fleiß der Familie und durch staatliche und finanzielle Unterstützung der Bayrischen Staatsbank gelang es schon nach kurzer Zeit in Bayern sesshaft zu werden und sich zu behaupten. So entstanden Produktionsstätten in Donauwörth, in Kenzingen und in München.
Firmengründer Wenzel Thöner. Gestorben 1947. TRIPLEX - ANGELGERÄTEFABRIK 'SOL' W.THÖNER Trotzdem musste immer wieder für die praktische Ausübung des Angelsports Zeit gewonnen werden, nicht nur wegen der persönlichen Leidenschaft des Inhabers, sondern weil sie zur Erprobung und Entwicklung neuer Angelgerätschaften unumgänglich notwendig war. Anfang des Jahres 1962 schien ihn Petrus ganz besonders im Auge zu haben, denn nach einem erst kürzlich gemeldeten Fang eines Huchens von 42 Pfd, ging ihm jetzt ein 48 pfündiger Huchen an die Angel. Leider endete alles im Jahr 1962 auf tragische Weise. Wilhelm Thöner brach am 26.12.1962 beim Huchenfischen am Lech durch die noch dünne Eisdecke und konnte nur noch tot geborgen werden. Triplex Rollentypen vor dem 2. Weltkrieg: Die Firma ist Inhaber zahlreicher in- u. ausländischer Patente, u.a. auch für Angelgeräte, darunter auch Patente für die verschiedensten Modelle der bekannten 'TRIPLEX' (WT) Stationärrollen. Das wohl bekannteste Modell dürfte das Modell 'C' sein. Sein auffälligstes Merkmal ist die Zwangsumschaltung des Bügels durch ein am Rollenfuß angebrachtes Zahnsegment. Diese Rolle wurde 1937 zum Patent angemeldet und 1938 als 'die erste reichsdeutsche Rolle mit stationärer Trommel' in den Verkauf gebracht. - Jetzt ohne Devisen erhältlich - Gewicht 230 gr. Das zeitgleich herausgebrachte Modell 'C II' war schon mit einem gehärteten Stahlröllchen als verbesserten Schnurführer ausgestattet, als Rolle für das leichte Spinnfischen gedacht. Die große Nachfrage nach diesen Modellen, besonders C/II, bestättigte deren einwandfreie Bewährung im praktischen Gebrauch und veranlasste zu deren vollkommenen Ausbau. Nunmehr wurden für diese Rollen statt dem früheren, aus Aluminium gezogenen Schutzblech, ein stabileres, dabei äußerst leichtes Aluminium-Spritzgussgehäuse geschaffen, welches eine gefälligere Form ergab, größte Widerstandsfähigkeit und bestmöglichen Schutz vor Staub, Dreck oder gar Sand sicherte.
Das Modell 'TRIPLEX B' mit Zusatzbremse war für den anspruchsvolleren Sportfischer gedacht. Fast baugleich mit dem Modell A, jedoch mit noch größerer Schnurfassung und einem zusätzlichen Fingerbremshebel ausgestattet. Dieser gestattete es dem Angler jede gewünschte Hemmung der Spule auf das genaueste zusätzlich mit dem Finger zu regulieren. Gibt man sie frei, dann tritt die bereits vorher eingestellte Spulenbremsung wieder in Tätigkeit. Gewicht ca. 450 gr.
Eine weitere Stationärrolle der damaligen Zeit waren das Modell TRIPLEX 'A'. Eine Rolle die von der Konstruktion her eine größere Schnuraufnahme ermöglichte; der Bügel war ebenfalls mit einem gehärteten Stahlröllchen versehen, und die Umklappvorrichtung funktionierte ganz präzise bei ständigem Zahneingriff des Bügels zum innenliegenden Zahnsegment. Gewicht ca. 330 gr.
Triplex Rollentypen nach dem 2. Weltkrieg: Nach dem Krieg (ca. 1949) gab es diese Rollen nicht mehr. Sie waren konstruktiv sehr hochwertig und technisch gesehen kleine Wunderwerke und damit auch sehr teuer in der Herstellung. Die einzige Rolle die in ihrer Grundkonzeption übernommen wurde war das Modell TRIPLEX 'C' mit dem runden Getriebegehäuse. Die Werbung für die Zukunft sah so aus:
Triplex SPORT, das neue Exportmodell mit halben Bügel. Kein Nachaußenschwenken des Bügels. Der Schnurfangbügel wird, wie beim geschlossenen Modell, über die Trommel geklappt.
Triplex Sport.
In der Zeit zwischen 1954 bis 1960 bringt TRIPLEX keine umwerfenden neuen Rollenmodelle heraus. Das Modell TRIPLEX ELITE wird ca. 1954 in 2 Größen mit Druckknopf-Rücklaufsperre herausgebracht und dann ca. 1956 mit einer Hebel-Rücklaufsperre ausgestattet. Das alte Modell der TRIPLEX C mit dem runden Kurbelgehäuse wird 1954 von der C54 abgelöst. Das Nachfolgemodell ist C55. Die länglich – ovale Form des Getriebegehäuses findet sich dann auch bei anderen Stationärrollen wieder. Es wurden außerdem auch noch TRIPLEX Rollen mit dem Namen ADRIA und JUWEL gebaut.
Ab ca. 1956 übernimmt die Münchner Firma Viktor Brandl u.a. den Verkauf der Modelle ELITE I und ELITE II, sowie den Verkauf der FLORIDA zu stark herabgesetzten Preisen und befasst sich mit der Herstellung der Rollen C-55 neu und der DOUBLETTE; jetzt mit Metallspule. Außerdem werden auch noch die erforderlichen Reparaturen an den TRIPLEX Rollen ausgeführt. Die Firma TRIPLEX – SOL - Wilhelm Thöner löst sich 1957 auf. Anfang der 60er Jahre gehen auch bei Viktor Brandl die Lichter aus. Fast 60 Jahre ANGELGESCHICHTE gehen zu Ende. Autor: Peter Prokop E-Mail an den Autor -> Hier! |