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| Meister Schrader am Dom
Unmittelbar im Schatten des Kölner Doms, neben Domhotel, Heinzelmännchen-Brunnen und dem Brauhaus Früh lag in den Nachkriegsjahren das Ladengeschäft von Meister Schrader. Dort hämmerte und stanzte er seine Köder, experimentierte ständig - so lötete er auch einen komplizierten Vorläufer des Turbler zusammen. Der findige Gerätehändler experimentierte in seinem Geschäft mit Emaille-Beschichtungen von Kunstködern, bemalte seine Kreationen effektvoll mit DAM-Feuerfarbe und brannte seinen Blinkerchen aufwändig Glasaugen ein. ![]() Aus Meister Schraders Werkstadt (links das Bachteufel-Model "SB" von Plate).
Zum Glück gibt es noch viele, viele weitere Modelle. Sein Kunstköder-Programm ist fast endlos: Schrader-Koppen, Bachteufel-Blinker, Schrader-Streamer, einen Heintz-Blinker-Nachbau, mehrgliedrige Holzwobbler, Devons, fischförmige Blinker und vieles mehr. Ein gutes Erkennungsmerkmal der frühen Jahre sind eckige Mustad-Sneckbentdrillinge und ovale Sprengringe. Er hatte aber auch eigene Rutenserien, gebundene Hakenvorfächer und Fliegenvorfächer in seinem Lieferprogramm. ![]()
Fliegenvorfächer.
Riesiges Sammelgebiet Vor allem die Schrader-Koppen bieten ein schier endloses Sammelgebiet: Die unzähligen Variationen aus verschiedenen Metallen (Kupfer, Messing, Versilbert), Größen, abweichenden Augen und Augen-Befestigungen, Bemalungen oder Emaille-Beschichtungen, Prägungen, Beschriftungen, Agraffen und Haken wollen kein Ende nehmen. Regelmäßig findet der umtriebige Sammler wieder vollkommen neue Koppen-Modelle - erst kürzlich entdeckte ich mit Klarlack lackierte Koppen und solche mit zwei Zusatzdrillingen. ![]() Kleine Kunstwerke - eine Auswahl von Schrader-Koppen
Die Firma "Plate Bonn" hat auch ihre Version der Schrader-Koppe mit der Prägung "SK" beigesteuert - in den Farben Schwarz-Gold und Blau-Silber, ebenfalls in verschiedenen Größen. Die Plate-Version des Schrader-Bachteufels ist mit SB bedruckt. Diese Köder-Modelle wurden etwa durch die Firma Balzer in den späten 50-er Jahren vertrieben. Emigration in die Eifel In den 60-er Jahren schloss Schrader aus Altersgründen sein Kölner Ladengeschäft. Er zog um ins kleine Eifeldörfchen Blens bei Düren. Von dort aus betrieb er noch einige Jahre den Verkauf von Angelgeräten - wie Anzeigen in der Fisch & Fang aus diesen Jahren zeigen. ![]() Aus der Fischwaid von 1949
Ansonsten weiß man viel zu wenig über diesen interessanten Köder-Hersteller. Ein Katalog ist nicht bekannt. Die zeitliche Köder-Zuordnung bleibt weiterhin schwierig. Der Schrader-Sammler ist also stets dankbar für Informationen - natürlich auch für Köder und Kataloge! Text u. Bilder: Thomas Kalweit |