Start - - - Forum - - - Artikel - - - eBay Report - - - Herstellerverzeichnis - - - Gästebuch - - - Links - - - Kontakt

Ring: Kleinod aus der Provinz


Die Firma Heinz Ring "Feinmechanik und Apparatebau" wurde irgendwann kurz nach 1945 gegründet. Der Firmensitz - besser gesagt die kleine Werkstadt - lag in der Kleinstadt Lechenich vor den Toren Kölns. In der Schlossstraße gleich neben der Lechenicher Burg mit ausgedehnten Weiher-Anlagen tüftelte Heinz Ring an seinen Erfindungen. Heute ist das sehenswerte Werkstadtgebäude denkmalgeschützt. Das Kuriose an der Sache: Ring war selbst gar kein Angler und das sieht man seinen Entwicklungen oft auch an.

Das Lieferprogramm der Firma umfasste 1950 viele sammelwürdige Objekte. Die Zeitschrift "Fischwaid" berichtet in einer Sonderausgabe "Aus Handel und Industrie" über den kleinen Hersteller:

1. Der "Ri-Drilling", ein sich selbst spreizender Drilling, dessen mechanisches System, das Ausblasen durch den Fisch unmöglich macht.
2. Der "Ri-Blinker", ein sich selbst spreizender Blinker.
3. Der "Ri-Kunststoffköder".
4. Der Ri-Köder aus nachleuchtendem Kunststoff.
5. Das "Ri-Glasfischchen" aus Buntglas, als Zopp- und Spinnfisch lieferbar.
6. Der "Turbospinner" mit großen Flügeln.
7. Zelluloidschwimmer mit Gummikappe und ein Gummischwimmer zum Fliegenfischen mit jeder Rute.
8. Der "Forellenmagnet" aus Metall mit feststehendem Drilling.
9. Der "Gummi-Devon".





Anzeigen aus der Fischwaid Jahrgang 49.


Heinz Rings Köder sind alle liebevoll per Hand bemalt. Besonders rührig: Die Köder-Schachteln sind handschriftlich mit Tinte beschriftet: "Heinz Ring, Apparatebau, Lechenich, Made in Germany". Zuweilen weisen die Schachteln auch sympathische Rechtschreibefehler auf (z.B. "Forellenmgnet").




Der Ring "Forellenmagnet".


In der Mitte der 50-er Jahre Gab Heinz Ring sein Geschäft auf und wanderte nach Südamerika aus.

Sollten Sie Informationen, Kataloge oder Köder der Firma "Ring Lechenich" besitzen, dann melden Sie sich bei: thomaskalweit@aol.com


Text u. Bilder: Thomas Kalweit



Im Januar 2007 hat der Autor noch folgenden Nachtrag geliefert:

Warndreieck aus Lechenich
Der Ingenieur Heinz Ring tüftelte nicht nur verrückte Angelgeräte aus. Der Lechenicher „Daniel Düsentrieb“ machte auch sehr sinnvolle und vielleicht auch halbwegs lukrative Erfindungen. 1953 meldete er das Patent für ein „Transportables, aufstellbares Warndreieck für Straßenfahrzeuge“ an. Er ergänzte damit die damals üblichen Warndreiecke um einen drehbaren Schwenkfuß, der für mehr Standfestigkeit sorgte.

Ebenfalls besaß Ring Patente für einen „Rückstrahlenden Fahrtrichtungsanzeiger für Straßenfahrzeuge“ und für einen „Federnden Hemmschuh mit Abwurfeinrichtung“.


Rings Werkstatt in der Lechenicher Schloßstrasse steht heute unter Denkmalschutz.