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Die DAM Quick Standard Stationärrolle


Geschichte
Die Geschichte der DAM Quick Standard (laut DAM “die älteste Deutsche Stationär-Rolle”) beginnt mit dem ersten Prototyp der schon im Jahre 1937 hergestellt wurde. Das Gehäuse dieses Prototyps wurde aus einem soliden Stück Metall gefertigt, und auf der Rolle war keine Beschriftung (Marke oder Typ) zu finden.

Im Jahre 1939 erschien das erste Produktionsmodell der Quick Stationär-Rolle mit einem Gehäuse aus gegossenem Aluminium. Auf dem Gehäusedeckel befand sich die Prägung “Stationär Rolle Quick D.A.M. Berlin SW68”. Diese Rolle hat, genau wie der Prototyp, einen Halbbügel und keine Rucklaufsperre. Der zweite Weltkrieg veranlasste das Ende der Herstellung dieses Modells.


Quick Standard 1939.


1949 wurde mit der Herstellung von Rollen wieder angefangen und D.A.M führte das Modell 49 ein. Auch diese Rolle kam ohne Rücklaufsperre, aber mit einem geschlossenen Schnurfangbügel (laut D.A.M “Die erste Deutsche Rolle mit dem wirklich volkommenen selbsttätigen Schnurfangbügel”). Es heißt, dass D.A.M. von diesem Modell in 1950 auch eine Version mit Handschurfänger hergestellt hat.


Quick Standard 1949.


1950 erschien das Modell 50/51 mit einem geschlossenen Schnurfangbügel und einer Rücklaufsperre. Dieses Modell wurde später zur Quick Standard Nr. 250 (was auch der Katalognummer entsprach).

Quick Standard Modell 50/51.


Gehäusedeckel der Standard Nr. 250.


1954 erschien die Quick Standard Nr. 250/A, Modell 54. Dieses Modell hat auf dem Gehäusedeckel die Prägung “Stationär Rolle Quick Standard D.A.M. Berlin SW68”. Die letzte Version der Quick Standard wurde 1956/57 hergestellt. Dieses Modell war eine Variation der Quick Standard Nr. 250/A mit einer Kunststoff Bremsmutter.

Quick Standard Nr. 250/A, Modell 54.


Quick Standard Nr. 250/A, Modell 1956-57.


Gehäusedeckel der Standard Nr. 250/A.


Für den Sammler ist es interessant zu sehen, wie sich die Quick Standard entwickelt hat, von dem ersten Prototyp aus 1937, bis zu ihrem letzten Modell von 1956/57. 1957 kam der Nachfolger der Quick Standard, die Quick Finessa 280, und später die Quick Finessa 285. Die Quick Finessa 285 wurde später zur viel gelobten Quick Finessa 330, der Grundlage der bekannten Quick Finessa 110 - 550 Serie aus den 60er Jahren.


Modelle
Es gibt die folgenden Modelle der Quick Standard zu unterscheiden:

-Vorkriegs-Modell, mit Halbbügel, ohne Rücklaufsperre (1939-42)

-Modell 49, mit geschlossenem Schnurfangbügel, ohne Rücklaufsperre, Quick Prägung auf dem Gehäusedeckel (1949-50)

-Modell 50/51, später Nr. 250, mit geschlossenem Schnurfangbügel und Rücklaufsperre, Quick Prägung auf Gehäusedeckel (1950-53)

-Modell 54, Nr. 250/A, geschlossenem Schnurfangbügel , Rücklaufsperre, Quick Standard Prägung auf dem Gehäusedeckel (1954-57)

Desweiteren gab es auch eine Quick-O-Mat (Nr. 260). Es ist falsch zu denken, dass es sich hierbei um ein eigenes Rollenmodell handelte. Der Quick-O-Mat ist ein Seitendeckel mit einem automatisch messendem Zählwerk, mit dem man die Wurfweite oder die Wassertiefe messen konnte. Der Quick-O-Mat erschien 1954 und war zusammen mit einer Quick Standard Rolle (Katalognummer 250/B) oder separat (Katalognummer 260) zu bekommen. Jede Quick Standard (gleich welchen Jahrganges) lässt sich mit dem Quick-O-Mat nachträglich ausrüsten. Den Quick-O-Mat gab es mit einem Zählwerk in Metern oder in Yards (Exportmodell).


Standard mit 'Quick-O-Mat'.


Die zuvor genannten Modelle der Quick Standard gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. So gibt es Unterschiede im Gehäuse, Lackierungen, Flansch, verschiedene Schnurfangbügel, Spulen, Bremsmuttern, Kurbeln und Kurbelgriffe. Es gibt aber auch viel unscheinbarere Unterschiede. Besonders zwischen 1950 und 1954 findet man viele Unterschiede in den Ausführungen und Details.

Für der Sammler mit einem Auge für Details, entsteht so ein interessantes Sammelgebiet. In meiner Sammlung habe ich jetzt schon 24 Variationen der Quick Standard Rolle (und es gibt noch weitere!). Es ist aber schwierig für den Sammler zu entscheiden, ob es sich um ein eigenes Modell handelt. Im laufe der Zeit können nämlich von Anglern (aber auch von Händlern und Sammlern) viele Teile ersetzt worden sein. Das ist sehr gut möglich weil alle Teile auswechselbar sind.


Seriennummern
Ab 1951 wurde die Quick Standard von D.A.M. mit einer Seriennummer auf dem Rollenfuß hergestellt (die älteren Modelle haben keine Seriennummern). Mit der Seriennummer kann man annähernd rekonstruieren, in welchem Jahr die Quick Standard gebaut wurde. Die niedrigste Seriennummer die ich kenne ist 010888 (auf einem Modell Nr. 250 von 1951) und die höchste Seriennummer 091944 (auf einem Modell Nr. 250/A von 1956/57). Meiner Meinung nach ist es daher anzunehmen, dass D.A.M. mit der Nummerierung der Quick Standard Rollen erst bei 10.000 begonnen hat. Es ist mir unbekannt ob die 100.000ste Quick Standard jemals hergestellt wurde.

Ab 1951 gibt es eine logische Übereinstimmung zwischen der Entwicklung der verschiedenen Ausführungen der Quick Standard und den dazugehörigen Seriennummern. Nach 1954 ist dies (für mich allerdings) nicht mehr so deutlich zu erkennen. Ein deutscher Sammler hat mir dafür mal die Erklärung gegeben, dass D.A.M. bei der Herstellung in den 50er Jahren, wegen der Knappheit der Rohstoffe, alte und neue Vorräte durcheinander verwendet hat.


Ich möchte meinen Beitrag zu dieser Seite mit einem “Petri Heil” an alle Rollensammler beenden! (Wie man das so sagt, im Land der “Deutschen Angelgeräte Manufaktur”...)



Autor: Roland Lindenbergh, Niederlande

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