![]()
|
|
| Jagd- und Fischereimuseum München
Die Tatsache, daß es ein Museum für historisches Angelgerät gibt, zeigt die kulturgeschichtliche Relevanz dieses Themas. Auch wenn für den Menschen die Jagd insgesamt einen größeren Stellenwert zur Beschaffung der Nahrung hatte, so ist die Fischereigeschichte nicht weniger bedeutend. Das erkannten auch die Träger (Stiftung Deutsches Jagd- und Fischereimuseum München) des 1966 im Herzen Münchens eröffneten Deutschen Jagdmuseums. So wurde die Ausstellung 1983 um das Deutsche Fischereimuseum erweitert. ![]() Blick in eine der zahlreichen Vitrinen.
Das Fischereimuseum konzentriert sich auf das Thema "Süßwasser". Gezeigt werden Fischpräperate, Netze, Ruten, Rollen, Zubehör und Kunstwerke. Den Grundstock der Ausstellung bildet die aufgekaufte Sammlung eines englischen Offiziers. Deshalb sind bei den älteren Stücken hauptsächlich englische Fabrikate vertreten. Das ist aus fischereigeschichtlicher Sicht nicht schlimm, denn die meisten Innovationen im 19.Jh. kamen aus England. Trotzdem kommt in meinen Augen so die deutsche "Gerätehistorie" etwas zu kurz. So tröstet es dann ein wenig, daß das Museum einige interessante Dokumente über Dr. Karl Heintz besitzt, einem der namenhaftesten Angler der Jahrhundertwende ("Heintz-Blinker" und "Angelsport im Süßwasser"). Lückenlos wird die Entwicklung der Angelrolle von der einfachen Spule, über die Wenderolle mit Schnurführung bis zur modernen Stationärrolle anhand von Ausstellungsstücken illustriert. Auch der Bau eines gespließten Rutenblanks wird anschaulich mit Schnittmodellen präsentiert. Besonders sehenswert ist auch die bedeutsame Hakensammlung des Ethnologen Konietzko, mit teilweise prähistorischen Stücken aus Stein und Menschenknochen. ![]() Wenderollen mit Schnurführung und die ersten Stationärrollen. ![]() "Angelkoffer um 1900." Auch wenn die Ausstellung nicht sonderlich ausschweift, so ist sie dennoch sehr sehenswert. Es wird einem ein umfassender Einblick in die Geschichte der Fischerei gegeben, so wie es in dieser Form in Deutschland sicher einmalig ist. Text und Bilder: Wolfgang Kalweit |